Kleinkunstpreis Baden-Württemberg in Mannheim verliehen: Bernd Lafrenz erhält Ehrenpreis des Wettbewerbs

Am Dienstagabend (30. April) wurde im Capitol Mannheim der Kleinkunstpreis Baden-Württemberg 2019 verliehen. Das musikalische Trio „Berta Epple“, der verrückte Zauberkünstler „ZINK!“, die Stuttgarter Band „HISS“ und der Comedian Nikita Miller wurden ausgezeichnet. Den Ehrenpreis erhielt der Schauspieler und Theaterleiter Bernd Lafrenz aus Sölden (Kreis Breisgau-Hochschwarzwald).

Der Kleinkunstpreis Baden-Württemberg genießt einen besonderen Status, denn er wird seit 1986 als einziger Wettbewerb in Deutschland von einer Landesregierung als Staatspreis ausgelobt.

Ulrich Steinbach, Amtschef im Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst, sagte bei der Preisverleihung: „Vielfalt, dynamische Kreativität, Beharrlichkeit und hohe Qualität sind nur einige Merkmale der Kleinkunstszene im Südwesten. Ohne die Kleinkunst wäre das Land um einen wichtigen Baustein der Kunst ärmer. Mit ihren unterschiedlichen Darbietungen schaffen die Kleinkunst-Akteure auch Identifikationsmöglichkeiten für viele Menschen. Der Landesregierung ist es deshalb ein besonderes Anliegen, die Kleinkunst in Baden-Württemberg zu fördern und herausragende Künstlerinnen und Künstler auszuzeichnen.“ Lotto-Geschäftsführer Georg Wacker hob in Mannheim hervor: „Für viele ist Kleinkunst ein unterhaltsamer Türöffner zu Kunst und Kultur. Mit unserem langjährigen Engagement wollen wir genau das unterstützen: Eine vielfältige Kulturlandschaft in Baden-Württemberg, die für jeden Geschmack etwas zu bieten hat.“

Verleihung Kleinkunstpreis 2019 - Foto Holger Lutz

Ehrenpreis für Bernd Lafrenz

Der mit ebenfalls 5.000 Euro dotierte Ehrenpreis ging an den Schauspieler, Autor und Theaterleiter Bernd Lafrenz aus Sölden (Kreis Breisgau-Hochschwarzwald). Der Preis wurde 2019 zum zehnten Mal verliehen. Er wird von Lotto Baden-Württemberg gestiftet. Mit ihm sollen Persönlichkeiten ausgezeichnet werden, die sich um die Kleinkunst im Land verdient gemacht haben. Bernd Lafrenz gilt laut Jury als „Botschafter Shakespeares auf deutschem Kleinkunst-Boden“. Seine Solo-Komödien, in denen er sich ganz der Adaption und Darstellung von William Shakespeares Stücken widmet, seien Kleinode für einen Schauspieler in verschiedensten Rollen mit bunten, witzigen und kuriosen Einfällen. Neben dem Studium in Freiburg absolvierte Lafrenz eine Theaterausbildung und gründete gleich darauf das Theater „König Alfons“. Die erste Inszenierung wird 1986, im Gründungsjahr des Wettbewerbs, mit dem Kleinkunstpreis Baden-Württemberg ausgezeichnet. Dann begann er, sich gänzlich Shakespeare zuzuwenden. Er schreibt und spielt für Theater und fürs Fernsehen im In- und Ausland. „Bernd Lafrenz ist ein Tausendsassa, ein Shakespeare-Getriebener. William, selbst ein Getriebener, hätte ihn geliebt!“, so Jurorin Petra Fröschle-Wiesehütter alias „Roxanne“ in ihrer Laudatio.

Preisträger

Berta Epple - Foto Beate Armbruster

Ganz unbekannt sind Bobbi Fischer und Veit und Gregor Hübner nicht: Als Teil von „Tango five“ waren die Stuttgarter Jahrzehnte lang auf deutschen Bühnen unterwegs. Seit 2012 sind sie Berta Epple und faszinieren mit einem musikalischen Spagat aus Weisheit und Witz. „Sie singen Schwäbisch, Hochdeutsch und auch mal in fremden Sprachen. Das ist lustig, zum Brüllen komisch“, resümiert die Jury. „Im nächsten Moment jedoch kriecht die Melancholie in die Magengrube oder die Haut wird zur Gänsehaut. Ein außergewöhnliches Musik-Erlebnis von höchster Qualität.“

ZINK! - Foto Trashlight

Zwischen Schrott und Zauber: ZINK! steht für Zauberkunst der etwas anderen Art. Der oberschwäbische Magier tourt mit Fahrzeugen aus Alteisen durch die Lande. Dabei macht er keinen Hehl aus seinen Tricks – im Gegenteil. Die offensichtlich anmutenden Kunststücke scheinen bei diesem außergewöhnlichen Programm den Zauberer im Griff zu haben. Für seine ganz spezielle Zauberparodie erhält er nicht selten Ovationen. Auch die Kleinkunstpreis-Jury zieht vor ZINK! den Hut: „Das ist irrsinnig komisch, zum Tränenlachen witzig, anarchisch, chaotisch und sympathisch.“

HISS - Foto Jessica Mayer

Nach über 20 Jahren auf der Bühne denkt HISS noch lange nicht ans Aufhören. Mit ihrer eigenwilligen Folk-Rock-Polka und ironisch-zynischen Texten liefert die Stuttgarter Band ein einmaliges Crossover. Sie ist ein echtes Unikat, laut der Jury sogar „eine der musikalisch vielfältigsten Bands aus dem Südwesten“. Die Polka werde schwarz gewürzt mit Rockabilly, Latin Walzer, Reggae und Ska. Die Ansagen und Texte von Frontman und Namensgeber Stefan Hiss seien dabei eine Qualität für sich: rabenschwarz, romantisch, tiefsinnig! Fazit: „Wo immer die Gruppe auftritt, mit Hiss steigt immer ein Fest.“

Nikita Miller - Foto Diana Birk

Förderpreis für Nikita Miller

Am Anfang seiner beruflichen Laufbahn hat Nikita Miller Informatik studiert. Es folgen verschiedene Jobs und ein Studium der Philosophie und Rhetorik. Mit der ersten Comedy-Show, die er sieht, fällt der Groschen. Seitdem steht der Stuttgarter auf der Bühne und erzählt. Mit seinen Geschichten über seine kasachischen Wurzeln und die schwäbische Heimat zieht er das Publikum in seinen Bann. Ein Könner – ein junger alter Meister der Erzählkunst, die er neu aufleben lässt“, urteilte die Jury.

Zum Kleinkunstpreis

Der einzige Landespreis für Kleinkunst in Deutschland: Der Kleinkunstpreis Baden-Württemberg wird vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst ausgelobt. Einige der ausgezeichneten Künstler, unter ihnen Bülent Ceylan, Florian Schröder und Christoph Sieber konnten den Preis als Sprungbrett in eine nationale Karriere nutzen. Zu den Gewinnern zählten auch die Füenf, Eure Mütter, Martina Brandl, Topas, Bernd Kohlhepp und Christine Prayon. Den Ehrenpreis erhielten bisher die Kabarettisten Thomas Freitag, Georg Schramm, Mathias Richling, das Musiktrio Grachmusikoff, Matthias Deutschmann, Maren Kroymann, der Liedermacher Christof Stählin, der Kabarettist Uli Keuler und zuletzt der Mundartdichter Harald Hurst. Insgesamt wurden bisher 147 Preisträger aller Kleinkunstgenres ausgezeichnet. Betreut wird der Kleinkunstpreis für das Land durch die Landesarbeitsgemeinschaft der Kulturinitiativen und Soziokulturellen Zentren (LAKS Baden-Württemberg e.V.). Die Staatliche Toto-Lotto GmbH unterstützt die Kleinkunstpreisträger seit Jahren mit landesweiten Auftritten bei Festivals oder auf renommierten Kleinkunstbühnen.

Rückblick

Hier finden Sie eine Übersicht der Gewinner des Kleinkunstpreises der letzten Jahre.
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Jelena Schramm
Staatliche Toto-Lotto GmbH Baden-Württemberg
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Vera Weigelt
Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg
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